Myanmar II

DSC02110Na, das mit dem guten Internet habe ich wohl etwas vorschnell gesagt… Endlich habe ich ein Café gefunden, in dem man nicht jedes Mal fast ein Paar Socken stricken kann, bevor der Computer endlich eine neue Seite aufruft… Also hopp, bevor die Verbindung abbricht!

Die letzten Wochen in Myanmar waren sehr turbulent. Jeder Tag ein Abenteuer oder viele kleine Abenteuer, also wie im Alltag, aber etwas exotischer:
Am Inle-See fahren wir mit den Rad über staubige Straßen zu Pagoden und Dörfern, schauen den Fischern beim Fischen zu und tuckern mit dem Boot an ganzen Dörfern inklusive Klöstern auf Stelzen und schwimmenden Gärten vorbei. Wir holpern mit den Nachtbussen in denen wir uns über die kitschigen burmesischen Serien und Musikvideos kaputt lachen, durch die Gegend bis uns der Bus mitten in der Nacht in the middle of nowhere ausspuckt. Wir wandern zu Shan-Dörfern die noch mehr in the middle of nowhere liegen, bestaunen das Dorfleben, hören den Novizen beim Singen zu und schlafen in einem der aus Palmen gewebten Häuser. Wir lachen über den Zug, der noch mehr wackelt als der Bus und friedlich durch die Landschaft tuckert und halten über dem sehr hohen Aquädukt die Luft an, dass das Teil nicht ausgerechnet dort aus den Gleisen springt. In Py Oo Lywn relaxen wir in den wunderschönen Gärten voller bunter Blumen, Nashornvögel, Orchideen und Schmetterlinge. Wir trotzen Magenverstimmungen und Sonnenbränden, quetschen uns in überfüllte Pickups und bekommen keine Angst, wenn der Wagen im Dunkeln keine Vorderleuchten hat. Wir beobachten in Mandalay die Gläubigen, die Blattgold auf die Buddha Statur der Hauptpagode hämmern, und laufen durch die staubigen Straßen und den schäbigen Hafen. An meinem Geburtstag fahren wir von Mandalay nach Bagan, vorbei an Pagoden und endlosen Feldern und sehen den schönsten Sonnenuntergang unseres Lebens. 3 Tage lang lassen wir uns in Bagan einstauben und rumpeln mit unseren Rädern über Stock und Stein, bestaunen einen Bruchteil der rund 3000 Tempel voller Buddhas und Wandmalereien und noch mehr Sonnenauf- und Untergänge und lassen uns dabei nicht von den Touristenmassen den Spaß verderben. Zum Abschluss legen wir uns 3 Tage an den Ngwe Saung Strand, einem kleinen Paradies voller Palmen und kilometerlangem Sandstrand und bewegen uns nicht vom Fleck, außer um uns mit Seafood vollzustopfen. Ansonsten: Zehen in den Sand, Bücher verschlingen, Whiskycola am Strand trinken und abends zum Rauschen der Wellen einschlafen. Ausatmen!
Die ganze Zeit kringeln wir uns dabei vor Lachen, denn selbst um 5 Uhr morgens am Busbahnhof denken wohl alle um uns herum, dass wir spinnen (womit sie ja auch nicht so falsch liegen), wenn David und ich uns durch pseudocoole Hip-Hop-Gesten unterstrichen in unserer fast eigenen Insidersprache unterhalten, David einen Klopfer nach dem nächsten raushaut und gelacht wird, was das Zeug hält. Happy, happy times! Das wird nicht das Einzige sein, was ich vermissen werde nach unserer gemeinsamen Zeit, selbst das ständige Klicken von Davids Kamera, immer schussbereit zur Hand, jeder Tag eine Pirsch nach atemberaubenden Fotos, wird mir fehlen. Wir waren schon ein super Team!

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