Brasilien II: A vida é um carnaval

die arme war die einzige Sambataenzerin weit und breit...alle starren sie an...

die arme war die einzige Sambataenzerin weit und breit…alle starren sie an…

Seit meiner Ankunft in Brasilien steht das ganze Land Kopf wegen Karneval. Wowiewievielwaswarumwann und wieso überhaupt wird man von allen gefragt und man sollte sich auch wirklich damit beschäftigen, denn in der Karnevalswoche sind alle Unterkünfte ausgebucht und sauteuer, Transporte schwer zu organisieren, usw..

Ich war etwas ratlos, denn Karneval in Rio war mir zu krass und zu teuer (90 Euro pro Nacht für ein Bett im Dormroom) und Salvador de Bahia, die zweite Karnevalenklave, zu weit… Da hörte ich von Paraty, einem kleinen Kolonialkaff am Meer, in dem sich die Leute an Karneval von oben bis unten mit Schlamm einsauen. Ich war sofort überzeugt, denn dreckig ist immer gut und viel mehr mein Style als das auf die Dauer schon eher langweilige Sexysambagedöns.

Vorher habe ich aber noch 3 wunderschöne Tage in Ouro Preto (dt. „Schwarzes Gold“) zwischen alten Kirchen und Natur verbracht. Und ebenfalls noch mal 3 Tage in Trinidade, einem kleinen Dorf mit traumhaften und einsamen Stränden vor dichten Dschungelbergen in der Nähe von Paraty. Das Wetter war zwar 2 Tage lang von übelstem Monsunregen geprägt, aber im Bett liegen und den Regen auf das Dach und die Blätter prasseln zu hören und den Regen in der Luft zu riechen war auch wunderschön.

In Paraty war das Wetter leider dann auch nicht so super, aber das kenne ich ja schon vom deutschen Karneval. Es hat zwar geregnet aber immerhin konnte man noch mit Flipflops rumlaufen, so warm war es. Einen Tag hab ich auf einem Boot trotz Regen die umherliegenden Inselchen und Strände erkundet, wunderschön, sollte ich mal im Lotto gewinnen, hier kann ich mir sicherlich meine kleine Urwaldinsel mit Strand kaufen.

Dann ging der Karneval los. Und da machen die Brasilianer auch nichts anderes als wir in Kölle: Schunkeln, Kölsch trinken, sich verkleiden, Karnevalsumzüge schauen und Spaß haben.

Der größte Spaß war aber mit Abstand der bloco de lama (bloco ist so was wie ein Karnevalsverein).  Ich ging morgens mit 2 Engländerinnen zum Strand und da waren schon jede Menge verschlammte und wild tanzende Leute unterwegs. Wir fragten uns, wo die den Schlamm herbekamen, aber als wir Leute mit Händen voll davon aus dem Meer kommen sahen, war uns klar, dass wir uns einfach nur baden mussten. Und tatsächlich: 2 Schritte ins Meer rein, plötzlich macht es WUSCH! und man steht bis zu den Hüften im Schlamm. Strangest feeling ever, aber dann haben wir viel gelacht und Stunden damit verbracht, mit den Brasilianern zu tanzen und über all die Dinge zu lachen, die man mit so ein bisschen Schlamm anstellen kann. Ein riesengroßer Spaß! Nur vor den Bützchen muss man sich hier in Acht nehmen, die gehen nämlich schnell weiter, als einem meistens lieb ist! 😉

Nach 3 Tagen voll Samba, Schlamm, Regen, Caipirinha und jeder Menge Jecken bin ich dann quasi nach Sao Paulo geflüchtet und völlig verschlafen durch die Stadt gelaufen. Viele Reisende, die ich getroffen habe meinten, dass Sao Paulo nicht viel zu bieten hätte, das fand ich aber nicht. Der Charme des Runtergerockten hat mich sofort gebannt und die Stadt ist 100 % brasilianisch, kein aufgestyltes Aushägeschild, sondern ein Chaos aus Geschäften, Autos, Straßen, Parks, Brachen und Hochhäusern voller Leben und vielen Dingen zu entdecken.

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