Neuseeland II: Am Busen der Natur

davon gibts hier bekanntlich mehr als Menschen...

davon gibts hier bekanntlich mehr als Menschen…

Das neuseeländische Wunderland zieht mich immer noch in seinen Bann. Vor allem die Berge und Fjorde haben es mir angetan. Vielleicht, weil ich noch nie so richtig in den Bergen war vorher.

Die Autofahrt zum und die Bootsfahrt durch den Milford Sound war atemberaubend. Man fühlt sich wie ein winziges Staubpartikel, wenn man ehrfürchtig zu diesen schweigenden, enormen Steinmassen aufschaut, die sich links und rechts von einem auftürmen. Kraxelt man hingegen auf so ein Teil rauf, breiten sich die schönsten Bergpanoramen vor einem aus. Man fühlt sich wie ein König und lässt das Leben dreimal hochleben. Der Adrenalinkick ist gewaltig wenn man oben steht, da braucht man keinen Fallschirmsprung mehr. Eines schafft man jedoch nie: Diese gewaltigen und großartigen Eindrücke mit der lächerlich kleinen Knipskiste einzufangen, die man in den Händen hält.

Irre sind auch die Kontraste. Man fährt durch wüstenähnliche Landschaften und am Horizont taucht eine schneebedeckte Bergkette auf oder man sitzt am Meer und braucht sich nur umzudrehen, um wieder ein fantastisches Bergpanorama vor Augen zu haben. Dazu die Wolken, die hier wirklich in allen Variationen zu bestaunen sind: Weiße Schäfchenwolken, nur ein Streifen am Horizont, dramatische graue Gewitterwolken, Schleierwolken in den schönsten Blautönen etc. pp. Irre. Und weil sich in Neuseeland immer multitaskingmäßig alles kombinieren lässt haben wir also nicht nur Berge, sondern auch Wälder, Seen, Halbinseln, Weidelandschaften, Höhlen und Strände gesehen.

Ansonsten unterhalten wir uns gegenseitig mit schlechten Sparwitzen (hier liegt mein Dad unangefochten vorne) und wetteifern, wer der bessere McGyver und / oder Superheld ist. Ich halte mich tapfer als Copilotin beim Kartenlesen und DJane an meinem heißgeliebten IPod, der glücklicherweise ganz easy an die Stereoanlage vom Camper anzuschließen war (denn man verbringt auch ganz schön viel Zeit auf der Straße) und mache mich prächtig als Personal Trainer (“ Papa, lass noch mal Walk xyz dahinten machen. Ist auch nur gaaanz kurz!“). Mein Dad hingegen lenkt den Camper tapfer bei jedem Wetter (ja, es gibt hier auch Sturm und Regen!!!) durch den Linksverkehr und belächelt mich, weil ich an keinem Bildschirm vorbei gehen kann, ohne ein paar Münzen für ein paar sündhaft teure Minuten im Internet einzuwerfen…

Der Camper ist auch voll super, man hat immer alles dabei und lässt nicht ständig irgend einen Kram in den Hostelzimmern liegen. Was nicht bedeutet, dass wir es nicht auch so schaffen, unsere sieben Sachen in den unendlichen Weiten des Campers zu verschlampen. Wenn man mal keinen Bock mehr zum Fahren hat, dann hält man einfach am Wegrand an und pennt oder liest eine Runde. Auf den Campingplätzen schläft man oft besser als in jedem Hotelzimmer, mit Blick auf Berge, Strand oder Wald. Es ist eine herrliche und ruhige Zeit zum Lesen, Musik hören, Nachdenken oder einfach zum Träumen. Auch das Barfußlaufen habe ich wiederentdeckt. Im ganzen Land kann man quasi vom Boden essen, kein Müll und keine Scherben zu finden, also kann man ohne Schuhe durch Sand, Wald und Wiesen rennen.

Vor ein paar Tagen war auch Halbzeit meiner Reise. ERST, und nicht SCHON. So viel habe ich schon erlebt, es kommt mir vor wie eine kleine wunderbare Ewigkeit. Und was noch alles vor mir liegt. Da kann man nur happy sein. Obwohl ich den Berlin Beat und euch alle sehr vermisse, oft. Aber dann biegt man um die nächste Ecke und sieht einen Seehund oder so etwas, und dann ist man wieder froh, hier zu sein. Nicht dass der cooler ist als ihr, aber die Viecher bringen mich einfach saumäßig zum Lachen. Und deswegen noch mehr Fotos, um euch wenigstens etwas von dieser Freude abzugeben.

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Ein Gedanke zu “Neuseeland II: Am Busen der Natur

  1. soso, dann sieht man also einen seehund und alle freunde sind wieder vergessen::))
    ach, meine liebe, das klingt alles so wuuuunderbar! ich hätte auch gedacht, du seist schon viel länger unterwegs, nach dem was du alles schon erlebt und berichtet hast.
    neuseeland steht mittlerweile ganz oben auf meiner reisewunschliste!!!

    alles liebe,
    angela

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