Vietnam IV: On an island in the sun…

SAM_2141Jiepieh! Es ist doch immer wieder faszinierend was für ein Hochgefühl Sonne, Stand, Meer und Palmen in mir auslösen. Auf Phu Quoc, der vietnamesischen Insel, gibt es das alles im Überfluss. So konnten wir ein paar Tage Urlaub von Urlaub machen, faul am Strand oder in der Hängematte liegen, uns mit Seafood vollstopfen, lesen, schnorcheln und mit dem Boot rumschippern. Lacht mich aus, aber so Abenteuerurlaub kann aber auch echt anstrengend sein: Jede Nacht woanders schlafen, viele neue Eindrücke jeden Tag, sich durchsetzen und handeln, Entscheidungen treffen, organisieren, viel Zeit in Verkehrsmitteln verbringen…Prinzipiell macht das alles viel Freude, kann auch ganz schön schlauchen. Ich weiß, das sind absolute Luxusprobleme, und eigentlich kann ich mich nicht beschweren, aber trotzdem gut, noch einmal zur Ruhe zu kommen, bevor wir uns ins trubelige Kambodscha stürzen…

Eine weitere Probe vom Einfallsreichtum der Vietnamesen bekamen wir beim Kauf unserer Überfahrt mit dem Boot, zusammen mit der Fahrt zum Hafen und der Weiterfahrt über die Grenze nach Kambodscha mit dem Bus. Als wir nachfragten, was denn die 10% Steuern sollen, die nie zuvor in Vietnam draufgeschlagen wurden, brachte der Travelagent 3 Argumente / Entschuldigungen vor, um uns erst zum Zahlen zu überreden und dann, um zurück zu rudern: Zuerst sagte er, wenn wir keine Steuern zahlen wollten, dann müssen wir eben Bearbeitungsgebühren bezahlen. Dann telefonierte er zum ersten Mal mit seinem angeblichen Boss, worauf er zu uns meinte, da Sonntag sei, müssten wir doch keine Steuern bezahlen. Da wir weiter protestierten, weil wir ihn nicht richtig verstanden hatten, rief er seinen Boss noch einmal an und erklärte uns darauf, da wir ein Slow und kein Fastboat nähmen, müssten wir keine Steuern zahlen…aha. Es gab noch weitere lustige Details, die aber zu kompliziert zu erklären sind um sie hier zu erzählen, wir konnten die Abzocke zwar begrenzen, aber sicherlich hat er uns immer noch zu viel für alles berechnet…Das ist ja auch bis zu einem gewissen Grad ok und wenigstens hatten wir nach der Verhandlung viel zu lachen.

Als wir am nächsten Morgen, noch immer zitternd von unserer halsbrecherischen Motorradfahrt, die wir uns dummerweise statt einer Busfahrt aufschwatzen haben lassen, den wackeligen Kahn sahen, auf dem die Überfahrt gemacht werden sollte, rutschte uns das Herz schon in die Hose. Aber was hilft es? Also kraxelten wir vorbei an Motorrädern und anderer Ladungen an Bord und quetschten uns an einigen Stuhlreihen, vollstopft mit Vietnamesen, an Deck.

Die Rückfahrt wurde dann doch noch sehr schön, wir lagen faul an Deck und kamen kaum mehr hinterher, das angebotene Essen der Mitreisenden abzulehnen (Schnaps) oder anzunehmen (undefinierbares Reisgericht in Bananenblättern).

Vietnam war auf jeden Fall ein Erlebnis. Landschaftlich viel karger und herber als das üppige und liebliche Laos und viel schneller und quirliger als das gemütliche Nachbarland, aber mit seinem ganz eigenen Charme und sehr netten Menschen, wenn man über die Touristenabzocker, für die man leider nicht viel mehr als ein wandelnder Geldautomat ist, hinwegsieht.

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