Laos I: Probier’s mal mit Gemütlichkeit…

SAM_1041Laos entschleunigt. Endlose neongrüne Reisfelder, rote Schotterstraßen, Stelzenhäuser und dichte Dschungelvegetation ziehen an unserem Pickup Bus vorbei, als er vollbepackt mit Menschen und Eiern, eingelegtem Gemüse in Gläsern und anderen Waren scheinbar schleichend durch die Landschaft Richtung Si Phan Don (4000 Inseln) rattert. Auf Don Det, einer der Inseln, angekommen passt man sich fast automatisch dem dortigen Rhythmus an. Man liegt träge in der Hängematte und zählt 1000 Mal seine Zehen oder starrt auf die Holzmaserung des Verandageländers oder den Mekong, dessen Wassermassen sich beständig träge an einem vorbeischieben. Handtellergroße Schmetterlinge fliegen an einem vorbei während man kleine Ewigkeiten auf sein bestelltes Essen wartet, das in aller Ruhe und mit viel Sorgfalt zubereitet wird. Die Sonne tut das Übrige, um die Schrittgeschwindigkeit zu verlangsamen….Eine schon fast zu schöne Idylle.

Bei der Weiterreise zum Vat Pho, einer Tempelruine an einem Berghang, setzt sich das Muster fort: Kleine verschlafene Dörfchen, in denen die Angestellten in der angeranzten Bank bei der Arbeit Fußball schauen, wieder der träge Mekong und Reis, Reis, Reis. Auch die Menschen hier sind sehr relaxt, ausgesprochen nett und hilfsbereit und man kann sich vor den neugierigen Kindern kaum retten.

Auch Vientiane, die laotische Hauptstadt, kommt herrlich liebenswert und unprätentiös daher. 2-3 Hauptstraßen entlang des Mekong, mit einer Hand von Sehenswürdigkeiten und sage und schreibe einem Hochhaus. Hier gäbe es noch Mekongufer für alle und leerstehende Häuser zu besetzen für die Berlins Alternativszene 😉

Ich hab auch totales Glück gehabt und schon seit Bangkok eine super tolle Reisebegleitung gefunden. Irene aus der Schweiz. Wir konnten uns bis jetzt fast zu perfekt einigen und sind schon, wie sie selbst scherzhaft sagte, fast „wie ein altes Ehepaar“.

Ansonsten trifft man auch viele nette Backpacker, aber auch viele Angeber. Hier unterhält man sich nicht darüber, wer das schnellste Auto und den tollsten Job hat, sondern wer am längsten unterwegs ist, die meisten Fremdsprachen spricht und die krassesten Sachen erlebt hat. Langweilig auch, irgendwie…samesame but different! würden die Laoten sagen.

Jetzt sind wir in Luang Prabang in den Bergen. Es ist wunderschön und doch treibt auch hier der Tourismus wundersame Blüten… Heute Morgen z.B. bin ich sehr früh wachgeworden, da die buddhistischen Mönche, von denen hier 2000 auf 30000 Einwohner kommen, im Kloster nebenan schon um 4.30 Uhr mit ihrem Getrommel angefangen haben. Eine sehr willkommene Abwechslung zu dem üblichen und langsam echt nervigen Hahnengekrähe. Ich wollte schauen, ob ich irgendwo einen Kaffee bekomme, da bin ich in die Almosensammelprozession der Mönche reingelaufen. Diese wurde von mindestens genauso vielen Touristen wie Mönchen ohne zu fragen unter Blitzgewitter und geringster Distanz abfotografiert. Das sollte mal jemand bei uns während der Predigt oder anderen religiösen Zeremonien machen…Unglaublich unsensibel…Mein Tip deswegen an die Mönche: Noch früher aufstehen!

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3 Gedanken zu “Laos I: Probier’s mal mit Gemütlichkeit…

  1. Hey Lena – liebe Grüße am letzten Sommertag (ca. 18 Grad!) in Berlin, hier kann’s jetzt nur noch bergab gehen… Es macht richtig richtig Laune, deine Texte hier zu lesen. Wärst du gerade auf dem Jakobsweg, könnstest du nach der Rückkehr ein Vermögen machen 🙂

    • hey lieber max,
      freut mich zu hoeren, dass man meine texte auch verstehen kann! 🙂 das schafft ihr schon mit dem Winter. Time is on your side! 😉

  2. … Hach ja, das hört sich ja traumhaft an. Schade, dass wir es letztes Jahr nicht nach Laos geschafft haben … Hier in Berlin ist alles schnelllebig wie immer. Damit rückt allerdings auch unser Argentinienurlaub rasch näher (noch 3 1/2 Wochen).
    Liebe Grüße und weiterhin schöne Entschleunigung!
    JQ

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